Herzlich Willkommen in unserer Reisewelt

Roadtrip vom 11.10. bis 31.10.2013

Safari zum SonnenntergangDani – Ich muss ja gestehen, dass ich nie von Fernweh geplagt war. Reiselust war für mich ein Fremdwort. Meine Urlaube bestanden aus campen bei Rock am Ring, Party am Ballermann oder Faulenzen in der wunderschönen Eifel, unserer Heimat.
Das änderte sich erst mit Helli. Ich ließ mich von seiner Begeisterung die Welt zu entdecken anstecken und so stand im Jahr 2012 meine bzw. unsere erste gemeinsame Fernreise auf die Malediven an (Reisebericht wird folgen). Noch nie zuvor hatte ich so viele Stunden ununterbrochen in einem Flieger verbracht. Das Reisefieber packte mich aber im Nullkommanix und ich wusste zum ersten Mal was „Fernweh“ bedeutet. Kaum wieder zu Hause, wollte ich mehr erleben und was passt besser zu absoluten Tier-Liebhaber als ein Roadtrip durch Südafrika?

Uns fehlte die Erfahrung bei der eigenständigen Planung einer solchen Reise und so ließen wir uns ein Angebot für drei Wochen über ein Reisebüro zusammenstellen. Das Angebot war an sich perfekt, aber der Preis störte uns. So teuer soll Südafrika sein? Pro Person knapp 3500 Euro waren einfach zuviel und so sahen wir den Traum von Südafrika schon platzen. Ich recherchierte im Internet und fand die Idee von kleinen Gästehäusern interessant.

Die Preise lagen pro Nacht pro Zimmer deutlich unter denen der im Angebot enthaltenen Hotels und die Bewertungen der Gäste waren überdurchschnittlich gut. Also strickte ich einen groben Reiseplan: 3 Wochen Südafrika im Oktober. Start in Kapstadt, Ende in Port Elisabeth und Inlandsflug zum Krüger Nationalpark. Das Reisebüro empfahl uns im Krüger Park eine private Lodge mit Vollverpflegung. Die Safaris sind geführt und die Ranger haben nur dort die Erlaubnis, die Wege zu verlassen und können so noch besser die Tiere aufspüren. Die vorgeschlagene Lodge gefiel uns auf Anhieb ausgezeichnet und ein bisschen Luxus am Ende wollten wir uns doch gönnen, so dass wir uns für drei Nächte entschieden.

Die Flüge, den Mietwagen und die Lodge im Krüger buchten wir also über das Reisebüro. Der Grundriss der anstehenden Reise stand somit schon einmal. Ich stellte einen Plan auf, wie lange wir an welchem Ort bleiben wollten und schrieb daraufhin unsere Favoriten-Gästehäuser über die jeweiligen Webseiten an. Die Kommunikation, die Buchung, An- und Restzahlungen sowie Absprachen liefen völlig reibungslos. Glücklicherweise war jedes Gästehaus noch verfügbar und so konnten wir tatsächlich am Ende über 2000 Euro sparen. Dem Traum von Südafrika stand also nichts mehr im Wege und die Vorfreude war kaum auszuhalten.

11.10. + 12.10.2013

Anreise / Kapstadt

Unsere Unterkunft: KhashaMongo in Somerset West

Fast pünktlich fliegen wir mit Emirates von Düsseldorf über Dubai nach Kapstadt. Für uns gibt es ja keine bessere Airline als Emirates. Da wir ein gutes Entertainment-Programm an Bord haben, vergehen die Stunden in der Luft auch recht fix und vor allem komfortabel.

Wir nehmen in Kapstadt unseren Mietwagen entgegen und können dank Navi gegen Mittag in unserem ersten Gästehaus in Somerset West einchecken. Wir werden schon beim Aussteigen aus dem Auto freudig von Robbie begrüßt. Ihm und seiner Frau gehört das kleine Gästehaus am Rande von Kapstadt in perfekter Ausgangslage und mit Blick auf den Tafelberg. Die Auswandererfamilie spricht deutsch und kommt ursprünglich aus Eupen (Belgien), also auch noch fast Katzensprung-Nähe zu unserer Heimat. Da ist das Eis schnell gebrochen und es ist, als seien wir bei Freunden zu Gast. Auf Anhieb fühlen wir uns hier richtig wohl. Das Zimmer ist liebevoll und geschmackvoll eingerichtet, wie wir es bisher noch in keinem Hotel gesehen haben.

Von Robbie erhalten wir bei einem ersten Kaffee wertvolle Insider-Tipps aus erster Hand und wir wollen sofort die Weinbergregion erkunden. Wir landen im Weingut Vergelegen und kommen zum ersten Mal in den Genuss der südafrikanischen Küche. Solche Filetsteaks kennen wir sonst nur aus unseren Träumen. Gigantisch! Und dazu zu einem unvorstellbar günstigem Preis. Wir zahlen für zwei Filetsteaks, ein Glas Wein, zwei Bier und zwei Kaffee gerade mal umgerechnet 28 Euro. Wir genießen an unserem ersten Nachmittag ein wenig die Ruhe hier oben in den Weinbergen und entdecken die ersten wilden ziegenbockähnlichen Tiere.

Township Kapstadt
Township Kapstadt

Den restlichen Tag verbringen wir in der näheren Umgebung. Hierbei fahren wir schon an etlichen so genannten Townships vorbei, den Wohnvierteln der Einheimischen. Im Vorfeld hörten wir die unheimlichsten Dinge über die Townships und das man am besten einen großen Bogen darum machen sollte. Wenn man sich jedoch trotzdem dorthin verfährt oder am Rande eines solchen Township aufgrund einer Fahrzeugpanne liegenbleibt, sollte man auch unter keinen Umständen das Auto verlassen. Lebensgefahr! Deshalb ist uns ein bisschen mulmig zu Mute, als wir die ärmlichen Lehm- und Wellblech-Self-made-Hütte passieren. Die kleinen unbefangenen Kinder winken uns jedoch freudig zu und wir winken verhalten zurück, könnte ja eine kriminelle Taktik dahinter stecken … Ist natürlich absoluter Quatsch und Panikmache, aber das erfahren wir erst hinterher.

13.10.2013

Am nächsten Morgen starten wir mit einem genialen Frühstück in den Tag. Auf der Terrasse ist der Tisch für alle Gäste der Unterkunft so liebevoll hergerichtet und es gibt sogar selbstgemachte Marmelade. Die beste, die wir je gegessen haben. Die anderen Gäste sind ebenfalls Deutsche und so tauscht man sich beim Biss in ofenfrische warme Brötchen vom Bäcker und leckeres Rührei, Spiegelei gekochtes Ei oder Omelette (je nach dem was der Gast wünscht) aus. Es bleiben einfach keine Wünsche offen. Wir können nicht beschreiben, wie gut aufgehoben wir uns fühlen.

Simons Town
Simons Town

Heute wollen wir die Kap-Insel unsicher machen und starten in St.James. Die bunten Umkleidekabinen am Strand durfte jeder schon einmal auf Bildern gesehen haben. Wir sind die einzigen Menschen dort und können die Kulisse ausgiebig für ein paar Fotos nutzen. Es ist leider etwas frisch, wir hatten mit wärmeren Temperaturen gerechnet, also wieder ins Auto und Heizung an.

Anschließend fahren wir weiter zum idyllischen Städtchen Simon’s Town und dem Boulders Beach. Der Strandabschnitt ist bekannt für die dort lebenden Pinguine. Andere Menschen sind hier schwer zu finden, nur Pinguine gibt’s wie Sand am Meer. Und die sind soooo süß und neugierig. Wir halten uns aber an die Vorschriften uns verlassen die gekennzeichneten bzw. eingezäunten Wege nicht, um die Tiere nicht unnötig innerhalb ihres Revieres zu stören. Recht schnell haben wir am Boulders Beach alles Sehenswerte gesehen, so dass es weiter zum Cape Point, mit dem Ziel des Cape of Good Hope geht.

Am Cape Point ist schon mehr los. Die meisten Touristen nehmen von dort den Wanderweg am Meer entlang zum Kap der Guten Hoffnung, um wohl eines der schönsten Andenken aus dem Südafrikaurlaub mit nach Hause zu nehmen: Ein Foto von sich an dem meist abgelichteten Schild am südlichsten Punkt von Südafrika. Am angrenzenden Parkplatz stehen schon einige Reisebusse und wir müssen uns tatsächlich anstellen, um an ein solches Foto zu gelangen.

Cape of Good Hope
Cape of Good Hope

Egal, denn alleine der Wanderweg war so gigantisch und abwechslungsreich, was macht es da schon, sich 30 Minuten in eine Schlange zu stellen, um ein Hinweisschild zu fotografieren? Nach 45 Minuten haben wir diverse Fotos im Kasten und treten den Rückweg an. So können wir noch einmal die einmalige Kulisse genießen und uns die ziemlich kühle Meeresbrise um die Nase wehen lassen. Der Pfad zum Fahrzeug ist auf dem Rückweg recht steil, aber so wird uns zumindest ein bisschen warm.

Nach Somerset West fahren wir bei Sonnenuntergang über den Chapmans Peak, die bekannte kurvige Küstenstraße von Südafrika. Dieser Ausblick. Einfach atemberaubend und ich frage mich schon am zweiten Tag in diesem wunderbaren Land, warum ich so lange mit dem Reisen gewartet habe. Helli meistert den Linksverkehr übrigens hervorragend und sehr souverän.

14.10.2013

Wir starten touri-typisch mit einer Hop on-Hop off-Bustour um in kurzer Zeit möglichst viel von der Hauptstadt zu sehen. Kapstadt ist einfach wunderbar und sollte unbedingt bei jedem Reisebegeisterten auf der To-Do-Liste stehen. Es braucht nicht viel Zeit, bis wir sie zu unserer Lieblingsstadt küren – und das ist sie bis heute geblieben, neben Las Vegas natürlich.

Tafelberg - da müssen wir hoch
Tafelberg – da müssen wir hoch

Unser heutiges Ziel ist eigentlich der Gipfel des Tafelberges in 1086 Metern Höhe. Natürlich zu Fuß und wie immer wissen wir nicht worauf wir uns da einlassen. Die Wanderung soll ca. 3-4 Stunden dauern. Das Wetter spielt mit, die Sicht auf den Gipfel ist klar und die Sonne scheint. Also machen wir uns mit genügend Trinkwasser und Proviant auf den Weg. Es ist steiler und anstrengender als gedacht und mit jedem Blick nach oben scheint die Strecke nicht kürzer zu werden. Es nimmt einfach kein Ende und schattige Plätzchen gibt es nur wenig. Aufgrund diverser Fotostopps erreichen wir nach 3 Stunden das Ziel und der Ausblick von hier oben über das wunderschöne Kapstadt ist einfach atemberaubend. Das muss man definitiv im Leben gesehen haben.

Die Aussicht lässt jede Schweißperle und jegliches Fluchen über den unebenen und steinigen Pfad vergessen.

Um schnell wieder den Fuß des Tafelberges zu erreichen, um noch ein bisschen mehr Zeit für Kapstadt zu haben, nehmen wir die Seilbahn nach unten. Wir fahren weiter in das Nobelviertel Camps Bay, auf den Spuren der Bachelorstaffel II.

Am weißen Sandstrand essen wir halbwegs lecker zu Abend, bevor wir die Rückreise antreten. Nach 10 Stunden Kapstadt-Erkundung inkl. Tafelbergbesteigung fallen wir völlig k.o. ins Bett.

 

15.10.2013

Am letzten Tag erkunden wir die Weinroute durch Stellenbosch. Auf dieser Route findet sich so ungefähr alles, was die Natur zu bieten hat: Strand, Dünen, Wälder und Seen. In Franschhoek legen wir ein Päuschen ein und genießen die Ruhe und den Charme, den dieses Örtchen ausstrahlt. Wir machen an einigen Weingütern Rast, verzichten aber darauf, überall den Wein zu kosten, denn einer muss uns ja schließlich heil wieder zurück bringen.

Baumhaus Restaurant Moyo
Baumhaus Restaurant Moyo

Alleine die Natur rund um die Weinberge ist ein Tagesausflug wert. Wir beenden den Tag im Mojo Restaurant auf dem Weingut Spier . Hier hat man die Möglichkeit, afrikanisches All-You-Can-Eat-Buffet u.a. in einem der vielen Baumhäuser zu genießen. Robby hat uns vorab dort einen Tisch reserviert, damit auch gesichert ist, dass wir tatsächlich einen Tisch in den Baumkronen erhalten. Das Essen ist sehr vielseitig und das Ambiente unschlagbar.

Kugelrund gefuttert geht unser letzter Abend hier in Somerset West zu Ende. Der Abschied am nächsten Morgen fällt uns wirklich schwer. Aber auf uns warten noch weitere spannende Tage ….

Fazit:

Rückblickend können wir sagen, dass uns das KhashaMongo einfach hervorragend gefallen hat und wir uns richtig wohl gefühlt haben. Wir hoffen, dass sich eines Tages die Möglichkeit ergibt, noch einmal hier herzukommen. Kapstadt ist eine geniale Stadt und unbedingt eine Reise wert.

16.10.2013

De Kelders

Unsere Unterkunft: Marebella Seafront Guesthouse

Die Fahrt zu unserer zweiten Unterkunft beträgt nicht mal 2 Stunden und führt uns über die Garden Route über Hermanus und Gansbaai nach De Kelders. In der Gegend um De Kelders treiben sich zu dieser Jahreszeit die Wale in Küstennähe herum und können wunderbar beobachtet werden. Unser Gästehaus liegt direkt in einer Bucht. Wir haben einen traumhaften Blick auf das Meer und sind bei unserer Ankunft schon ganz aus dem Häuschen, weil wir einen Wal nach dem anderen entdecken. Auch dieses Gästehaus macht einen tollen Eindruck. Der Besitzer namens Gerhard kommt aus Österreich und ist sehr bemüht und zuvorkommend. Alles hier entspricht voll und ganz unseren Vorstellungen.

Walbeobachtung
Walbeobachtung

Den Abend verbringen wir mit einem Kaltgetränk in den steinigen Klippen der Bucht, um ganz in Ruhe – ganze zwei Stunden lang – die Wale zu beobachten. Manchmal scheint es, als hätten sie Freude an ihren Zuschauern und sie springen aus dem Wasser und klatschen mit der Flosse laut auf das Meer. Das sind einfach einmalige Bilder, die wir hier zu sehen bekommen.

Gerhard hat und für den Abend das Restaurant Benguela empfohlen und direkt einen Tisch für uns reserviert. Die Abendtische in den Restaurants entlang der Garden Route scheinen mau, ohne Reservierung ist verhungern angesagt. Das Benguela ist schon ziemlich nobel für unseren Geschmack … mit weißen Hussen und so. Outfitmäßig sind wir hier ein wenig fehl am Platz, aber das scheint niemanden zu stören. Mit dem besten Filetsteak ever ever ever geht unser erster Abend in De Kelders zu Ende.

17.10.2013

Das Frühstück ist auch hier sensationell und es fehlt an nichts. Wir lieben diese kleinen gemütlichen Frühstücksräume in denen man nur mit wenigen anderen Gästen zusammensitzt. Man fühlt sich wirklich wie ein Gast und nicht wie eine Art „Nummer“. Alles ist viel persönlicher und familiärer und diese Geräuschkulisse ohne Geräusch ist einfach perfekt, um in den Tag zu starten.

Heute steht eine Walsafari an und noch ahnen wir nicht, was auf uns zukommt. Das Meer ist sehr unruhig und wir fahren mit einem kleinen Touriboot hinaus, um die Wale aus nächster Nähe sehen zu können.

Das Boot schaukelt ziemlich heftig und die ersten Anwesenden bedienen sich an Brechtüten. Wir hoffen, dass die Crew ausreichend Tüten an Bord hat, denn für Helli und mich sehe ich schon schwarz. Die Wale nehmen wir nur noch aus dem Augenwinkel wahr, unsere volle Aufmerksamkeit gilt dem Horizont. Den soll man nämlich bei Seekrankheit permanent fixieren. Bei Helli hilft das ganz gut, ich bin nicht mehr ansprechbar, da ich mich sehr konzentrieren muss, mich nicht zu übergeben. Die Walsafari ist nach gefühlten endlos langen Stunden beendet und ich kann es kaum erwarten, dass der Kutter wieder In Richtung Festland cruist.

Ausflug zu Duiker Island
Ausflug zu Duiker Island

Fehlanzeige! Wir steuern erst noch Duiker Island an, eine kleine Insel, die eine riesige Robbenkolonie beherbergt. Dieser Geruch dort ist unerträglich – wirklich, ich habe noch nie Etwas so Schreckliches gerochen – und trägt nicht unbedingt zum Wohlbefinden der seekranken Personen an Bord bei. Wir schaukeln noch eine Weile vor der Kolonie hin und her, bevor dann endlich nach insgesamt schrecklichen zwei Stunden das Festland angesteuert wird. Ich bin fix und fertig und der restliche Abend ist für mich gelaufen, so elend geht es mir. Ich wusste gar nicht, dass ich so seekrank werden kann und mir graut es vor dem morgigen Tag, denn wir haben im Vorfeld eine Shark-Diving Tour gebucht und sind kurz davor diese zu kenzeln.

Ich hole mir aber in der Apotheke um die Ecke Tabletten gegen Seekrankheit. Angeblich ist es hier völlig normal, dass sich die Touris damit eindecken …
Für den Abend hat Gerhard für uns einen Tisch im Restaurant Kloeksathome  reserviert. Hier ist der Ausschank alkoholischer Getränke untersagt. Daher dürfen wir unsere eigenen Getränke mitbringen und wählen eine Flasche Wein aus Gerhards Weinkeller aus. Der letzte Abend in De Kelders geht bei perfektem Essen wunderbar zu Ende und wir sind wieder einmal traurig, dass wir nicht für immer bleiben können.

18.10.2013

Am Morgen geht um 04:30 Uhr der Wecker. Wir fahren zum Pier nach Kleinbaai und starten pünktlich um 06:30 Uhr mit der Shark-Diving-Tour. Das Meer ist immer noch sehr unruhig, und es ist arschkalt, aber immerhin scheinen meine Tabletten ein wenig zu helfen. Richtig berauschend ist mein Befinden zwar nicht, aber ich kann zumindest geistig an der Tour teilnehmen, auch wenn ich nicht vorhabe, mich in einem Käfig abseilen zu lassen, um neben einem weißen Hai zu tauchen.

Haisichtung beim Cage-Diving
Haisichtung beim Cage-Diving

Auf unserem Boot sind noch ca. 20 andere Personen, die ersten fünf hängen schon vor Ankunft im Haigebiet über der Reling. Bin ich froh, dass ich die Tabletten genommen habe, die aber leider auch extrem müde machen und mir schon die Augen im Stehen zufallen. Die angelockten Haie treffen ein und ich kann mich für den Moment ganz gut zusammenreißen und vom Deck aus ganz gute Fotos schießen.

Nach und nach verabschieden sich weitere Touris mit ihren Brechtüten und am Ende schaffen es neben Helli nur noch sechs andere Personen den Käfig zu betreten. Alle anderen sind bereits durch den Wellengang handlungsunfähig. Ich schlage mich tapfer, muss aber zwischendurch immer mal wieder den Horizont fixieren und einen Lolli lutschen. Das soll laut Crew auch helfen, die zwischendurch gefühlt eimerweise Lutscher verteilen Ob das funktioniert bezweifele ich, zumindest schmecken sie und es hilft, wach zu bleiben.

Nach ein paar „Tauchgängen“ mit einem ziemlich großen Hai darf Helli endlich aus dem Käfig und raus seinem Neoprenanzug. Das scheint nicht so einfach bei dem Geschunkele des Bootes und er wird immer blasser um die Nase. Ehe ich mich versehe, hängt auch er über der Reling und übergibt sich was das Zeug hält. Wir sind froh, als wir um 11:30 Uhr wieder an Land sind, auch wenn die Tour schon sehr aufregend war. Wann sieht man mal aus nächster Nähe weiße Haie?
Wir checken schweren Herzens im Marebella aus und setzen unsere Reise in das 380 km entfernte Oudtshoorn fort.

18.10.2013

Oudtshoorn

Unsere Unterkunft: Carmens Farmgästehaus

Route 62 auf dem Weg nach Oudtshoorn
Route 62 auf dem Weg nach Oudtshoorn

Die Fahrt nach Oudtshoorn ist wirklich angenehm. Generell ist das Autofahren in Südafrika stressfrei und entspannt. Im Vorfeld hatten wir von einer coolen Kneipe erfahren, die auf der geplanten Route auf der R62 (der südafrikanischen Route 66) nach Oudtshoorn liegt erfahren: Ronnys Sexshop .

Hier machen wir eine kurze Pause und gönnen und ein Bierchen. Der Laden gefällt uns gut und scheint ein wahrer Touristenmagnet. Also: wer die Streck fährt, muss auf jeden Fall einen Stopp einlegen!

Gegen 17:30 Uhr erreichen wir das Straußennest. Wir sind schon ziemlich geschafft und haben uns nicht mehr viel für den Abend vorgenommen. Die Besitzer Carmen und Dario sind ebenfalls deutsche Auswanderer und heißen uns herzlich willkommen. Wir können sofort unser Gästehaus, das Afrika Rondaval, beziehen. Wir haben also für die nächsten Tage gleich ein ganzes Häuschen nur für uns. Die Unterkunft ist toll eingerichtet, nur das Bett ist etwas zu kurz.

Sonnenuntergang auf der Straußenfarm
Sonnenuntergang auf der Straußenfarm

Für einen kleinen Aufpreis bieten Dario und Carmen für die Gäste auch Abendessen in Form von Grill-Abenden an. Das Angebot nehmen wir, wie alle anderen Gäste, dankend an. So müssen wir am Abend nicht noch nach Restaurants suchen. So viel scheint Oudtshoorn jetzt auf den ersten Blick nicht zu bieten zu haben und ist offensichtlich vom Massentourismus noch weit entfernt. Was aber auch irgendwie ganz schön ist.

Am ersten Abend kommen wir sofort in den Grillabend-Genuss und es gibt Straußenfleisch-Spieße. Das hausgemachte Essen der beiden lässt wirklich keine Wünsche offen und schon in den ersten Stunden hier, sind wir Teil der Straußenfarm-Familie geworden. Irgendwie scheint es so, als würden sich alle schon ewig kennen … und wir mitten drin. Die Frühstückszeiten werden mit den Gästen einen Tag vorher abgestimmt. Da die anderen Gäste schon um 08:00 Uhr morgen früh futtern wollen, sind wir überstimmt und müssen uns vermutlich den Wecker stellen, so kaputt wie wir nach diesem langen Tag sind.

19.10.2019

Wir schaffen es um kurz nach 8 Uhr zum Frühstück. Da wir wieder einmal schlaflos im Urlaub sind, ging das sogar ohne Wecker. Zum Frühstück gibt es Rührei vom Straußenei. Von einem Ei (!!) werden alle Gäste satt.

Wildlife Cango Ranch
Wildlife Cango Ranch

Um 10 Uhr machen wir uns auf den Weg zur Cango Wildlife Ranch . Bei dieser Ranch handelt sich um einen Auffangstelle für kranke und verletzte Tiere, ähnelt aber eher einem Zoo oder einem Tiergarten. Unser persönliches Highlight war das Streicheln von Geparden direkt im Gehege. Wann hat man denn bitte hierzu mal die Möglichkeit. Etwas mulmig war uns schon dabei. Als Andenken haben wir eines der dabei entstandenen Fotos gekauft. An sich kann man diesen „Park“ besuchen, man verpasst aber nichts, wenn man es nicht tut. Deshalb fasse ich mich hier auch kurz.

Um 14 Uhr machen wir uns auf den Rückweg, da Dario uns um 16:30 Uhr die Straußenfarm ausgiebig zeigen möchte. Die Besichtigung der Farm ist spannender als gedacht. Wir erfahren viel über diese – für mich eher unheimlichen – Tiere. Wir dürfen sie sogar füttern. Das ist ein wahres Spektakel und so stelle ich mir eine Raubtierfütterung vor. Hat man sich erst einmal an die stürmischen Vögel gewöhnt, macht das Ganze sogar noch Spaß.

Straußenfütterung Oudtshoorn
Straußenfütterung Oudtshoorn

Wir treffen einen Farmarbeiter, der gerade Feierabend macht und fahren ihn nach Hause. Er wohnt mit ca. 15 anderen Personen, darunter auch etlichen Kindern, in einem ganz kleinen maroden Steinhäuschen in der Pampa. Als uns die Horde Kinder bemerkt, kommen sie strahlend auf uns zu gelaufen und mustern uns neugierig. Vor allem an Helli und seinen bunten Tattoos haben die Kleinen sichtlich Freude. Wir schließen alle sofort in unser Herz und wollen am liebsten gar nicht mehr weg. Doch der Abend geht zu Ende und wir versprechen, die Kleinen in den kommenden Tagen wieder zu besuchen.

20.10.2013

Cango Caves - Beispiel
Cango Caves – Beispiel

Nach einem wieder äußerst leckeren Fruchtstück besuchen wir die Cango Caves , ein Höhlensystem in der südafrikanischen Provinz Westkap. Diese Höhlen werden zu den schönsten Höhlensystemen der Welt gezählt. Wir haben zwar keinen Vergleich zu anderen Höhlensystemen, sind aber trotzdem gespannt, was uns erwartet. Am Eingang entscheiden wir uns für die Adventure Tour für ca. 15 Euro pro Person. Anhand der Bilder scheint das die spektakulärste Tour mit den schmalsten Höhlen und Gängen zu sein. An der Kasse befindet sich ein Musterbeispiel, an dem man abschätzen kann, ob der eigene Körper durch die Felsspalten passt.

Das ist tatsächlich ultraschmal und da wir uns nicht ganz sicher sind, ob wir nicht vielleicht doch stecken bleiben könnten, fragen wir dezent an der Kasse nach. Dort ist man aber ganz zuversichtlich und drückt uns die Tickets für die Adventure Tour in die Hand. Die Tour dauert 90 Minuten ist wirklich nichts für schwache Nerven und nix für Leute die annähernd an Klaustrophobie leiden. Blaue Flecken gab es übrigens gratis dazu. Für uns waren diese engen Felsspalten in teilweise stockdunkler Umgebung schon fast ein bisschen zu unangenehm. Ein zweites Mal würde ich diese Tour vermutlich nicht machen.

Eigentlich wollen wir anschließend über den Swartberg-Pass in die nächstgelegene Stadt Prince Albert um dort ein bisschen zu flanieren. Wir werfen aber die Planung über Bord, fahren zum nächsten Supermarkt und kaufen für die Kinder Süßigkeiten und Fußbälle. Dario fährt uns später zur Schule der einheimischen Kids und wir können alle Mitbringsel übergeben. Ach diese strahlenden Gesichter!! Bei einer Runde Fußball mit Helli und Dario im strömenden Regen wird der erste Fußball bereits getestet und für gut befunden.

21.10.2013

Besuch der Schule in Oudtshoorn
Besuch der Schule in Oudtshoorn

An unserem letzten Morgen fahren wir mit Dario und drei anderen Pärchen noch einmal zur Schule. Das sportliche Ereignis vom Vortag ist noch in aller Munde. Die Schulleitung nimmt sich spontan Zeit, uns die Gegebenheiten des Schulsystems und der Räumlichkeiten näher zu bringen und wir dürfen sogar am Unterricht teilnehmen.

Es ist schon erschreckend, wie wenig die Menschen hier haben und dabei doch so glücklich sind. Für uns heißt es leider heute hier Abschied nehmen und nicht nur wir vergießen kleine Abschiedstränen. Scheinbar hat man uns wirklich sehr ins Herz geschlossen und bietet Helli sogar einen Job als örtlicher Fußballtrainer für die Kleinsten an, damit wir bleiben. Das macht das Ganze für uns nicht einfacher und rührt Helli ziemlich.

Ich kann mich schon lange nicht mehr beherrschen und lass den Tränchen freien Lauf. Als Abschiedsgeschenk beteiligen wir uns an den Kosten für einen neuen Gasherd, damit die Kinder in der Schule weiterhin eine warme Mahlzeit am Tag bekommen. Schweren Herzens machen wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Stopp: Knysna

21.10.2013

Knysna

Unterkunft: Panorama Lodge

Knsyna
Knsyna

Wir brechen zeitig nach Knysna auf. Die Entfernung beträgt 120 km und dauert knapp 2 Stunden. Schon bei Ankunft in Knysna ist das Gefühl irgendwie anders als bei den bisherigen Stationen. Wir können aber nicht beschreiben warum, aber uns fehlt irgendwie der „Wow-Effekt“ und das gewisse Etwas.

Wir wollen Knysna nicht schlechter reden als es vermutlich ist, aber wir können im Nachhinein den Hype um diesen Ort überhaupt nicht verstehen. Knysna ist der einzige Ort, an dem es uns während unserer Reise nicht gefallen hat.

Aber fangen wir vorne an:
Die Lodge liegt wunderbar auf einem Hügel und bietet so den besten Ausblick auf die Stadt und die Lagune. Unser Zimmer „Lagoon Room“ ist schön und gemütlich, aber sehr klein, dafür mit eigener Terrasse. Die Besitzer sind ebenfalls deutsche Auswanderer. Knysna scheint auf den ersten Blick etwas gehobener und schnieker zu sein … und auch irgendwie ausgestorben. Viele der Häuser sind leerstehend und auf den Straßen sieht man kaum Menschen. Da das Wetter heute weniger nach draußen lockt, werden wir die Umgebung morgen erkunden.

22.10.2013

Strand in Knysna
Strand in Knysna

Das Frühstück ist okay. Wir starten mit der Erkundung der Strände der Umgebung und fahren sie alle ab. Da die Sonne heue freundlich brutzelt, können wir uns sogar ein wenig Bräune tanken. Die Strände sind ganz schön hier, hauen uns allerdings nicht vom Hocker.

In der Lodge sind heute Gäste aus Aachen angekommen und wir haben gemeinsam das Restaurant Olive Tree  getestet. Über das Essen in Südafrika können wir uns bislang wirklich nicht beschweren. Überall werden wir verwöhnt und so lecker bekocht, das ist mit keiner anderen Küche zu vergleichen. An diesem Abend geht nicht mehr viel und wir fallen nach ein paar Gläsern Wein, die wir noch im gemeinsamen Wohnzimmer der Panorama Lodge genießen, vollgefuttert ins Bett.

23.10.2013

Plattenberg

Unterkunft: 113 on Robberg

Unser Aufenthalt in Knysna ist schon zu Ende und dieses Mal fahren wir ohne weinendes Auge zur nächsten Station, in das 40 km entfernte Plettenberg. Unser Gästehaus hier ist das bisher „schwächste“ und erinnert eher an ein Hostel. Nichtsdestotrotz sind die Mitarbeiter wunderbar hilfsbereit und die Besitzerin umsorgt uns ausgesprochen gut. Da werden uns zwischendurch auch schon einmal Brezeln oder selbstgebackener Kuchen gereicht. Mittlerweile ist das Gästehaus in neuem Besitz und anhand der Internetpräsenz kann man erkennen, dass sich Einiges getan hat.

Delfinschule
Delfinschule

Da bei unserer Ankunft das Zimmer noch nicht bezugsfertig ist, lassen wir unser Hab und Gut im Rezeptionsbereich und machen uns auf den Weg zum Robberg Naturreservat. Zwar ist heute der heißeste Tag, aber dennoch entscheiden wir uns für die längste Wanderstrecke mit knapp 10 km. Vier Stunden wandern wir über Stock und Stein, klettern, wandern Berg hoch und Berg runter durch die wunderschöne Natur von Plettenberg. Wir haben eine sensationelle Aussicht über das Meer und sehen etliche Robben und sogar eine Delfinschule, mit 30 oder 40 Delfinen. Einfach einmalig. Gegen 15 Uhr sind wir zurück an der Unterkunft und können unser Zimmer beziehen. Das Zimmer ist für die kommenden beiden Tage völlig in Ordnung. Am Abend essen wir im Gasthof Zur Post teure, aber leckere Scampis und freuen uns nach der anstrengenden Wanderung auf das Bett.

24.10.2013

Tsitsikamma Wanderung
Tsitsikamma Wanderung

Was für eine grausame Nacht. Das Bett ist viel zu kurz und quietscht bei jeder Bewegung so schrecklich, da ist an Schlafen gar nicht zu denken. Total müde, machen wir uns bei bestem Wetter auf dem Weg zum Tsitsikamma Nationalpark. In unserem Gästehaus gibt’s kein Frühstück, hier kann man Lunchpakete ordern. Die sind ganz ok, kommen aber natürlich an unsere bisherigen Frühstückserfahrungen nicht heran.

Wir besuchen die bekannte Hängebrücke und wandern insgesamt 5 Stunden durch den Nationalpark. Für Naturliebhaber ist der Besuch hier ein absolutes Muss. Leider haben wir nicht alle Wanderrouten geschafft, die der Park zu bieten hat, so dass wir am besten schon fast zwei Tage hier hätten einplanen können. Um 17 Uhr beenden wir unsere Wanderei, so langsam haben wir auch erste körperliche Beschwerden.

Am Abend gehen wir im Restaurant Emily Moon essen. Auch hier können wir uns nicht beklagen. Essen und Service sind einfach top. Morgen geht es schon weiter nach Jeffreys Bay.

25.10. – 27.10.2013

Jeffreys Bay

Unterkunft: The Ocean Bay Luxury Guesthouse

Verregnetes Jeffreys Bay
Verregnetes Jeffreys Bay

Für diesen Aufenthalt haben wir uns das 4-Sterne-Gästehaus Ocean Bay gegönnt. Die Gastgeber sind einfach super und zuvorkommend. Wir fühlen uns sofort wohl. Leider regnet es während unseres Aufenthaltes in Jeffreys Bay fast zwei Tage am Stück ohne Unterbrechung, so dass wir die geplanten Aktivitäten wie Surf-Schnupperkurs, Ausritt am Strand etc. leider nicht durchführen können. Viele Möglichkeiten haben wir in dem schnuckeligen Surfer-Örtchen bei dem bescheidenen Wetter leider nicht.

Wir besuchen kurz die weltweit größte Freiflugvoliere und Vogelschutzgebiet Birds of Eden. Für uns lohnt sich der Besuch allerdings nicht. Erstens: regnet es ununterbrochen und zweitens: haben wir ja für Vögel nicht viel übrig und können uns an den bunten Flattermännern nur wenig begeistern. Wir erkunden noch den sympathischen Ortskern und können dem Dauerregen für einige Stunden im dortigen Billabong- und Quicksilver-Outlet entkommen.

Pool am Gästehaus
Pool am Gästehaus

Zwischendurch vertreiben wir uns die Zeit im Pool oder – wenn es mal zu heftig regnet – schauen wir uns auf unserem Tablet einen Film an. Wir hätten wirklich gerne mehr von Jeffreys Bay erfahren. Bei tollem Wetter ist bestimmt ordentlich was los. Der kilometerlange Sandstrand lädt richtig zum Verweilen, Plantschen, Entspannen und bestimmt auch surfen ein … Wir bestaunen ihn lediglich von unserem Balkon aus in der grauen diesigen Ferne.

Am Abreisetag zeigt sich dann die Sonne. Doch anstatt unsere Fahrt zeitnah anzutreten, kommen wir mit unseren Gastgebern ins Gespräch und ein Kaffee folgt dem nächsten.

In den kommenden Stunden erfahren wir viel Privates und die Gründe für das Auswandern von Kirsten und Sven. Das Thema fasziniert uns und in Gedanken spinnen wir unsere Auswanderung nach Südafrika schon durch. Die Idee gefällt uns tatsächlich und als wir uns nach Stunden dann doch schweren Herzens auf den Weg nach Port Elisabeth machen, lässt uns dieser Gedanke einfach nicht los und wir verlieren uns in immer wilderen Auswanderer-Fantasien. Ein Wunder, dass wir jemals die Heimreise angetreten sind, ich glaube sonst wären wir jetzt noch dort.

27.10. – 28.10.2013

Addo Elephant Park und Port Elisabeth

Unterkunft: Africa Beach B&B

Addo Elephant Park
Addo Elephant Park

Unsere Fahrt von Jeffreys Bay führt uns direkt in den Addo Elephant Park und somit zu unserem ersten Safari-Abenteuer. Der Park ist 1640 Quadratkilometer groß und kann selbstständig mit dem eigenen Fahrzeug erkundet werden. Es dauert nicht lange, da kreuzen erste Elefanten, Warzenschweine, Zebras, Schildkröten, Büffel, Schlangen, Schakale, Impalas und Antilopen unseren Weg. Das ist so unfassbar aufregend. Am meisten beeindrucken uns die Elefanten, die an der Straße, direkt neben unserem Auto entlang spazieren und sich offensichtlich durch die vorbeifahrenden Fahrzeuge nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Wir sind geflasht und bestaunen jedes Tier, dass wir zu sehen bekommen. Als wir um eine spitzere Kurve fahren fällt uns zunächst ein anderes Fahrzeug auf, das sich ziemlich zügig den Rückwärtsgang einlegt und einige Meter zurückfährt. Der Fahrer scheint es etwas eiliger zu haben, denn sein Fahrzeug verschwindet kurz in einer Staubwolke. Wir können zunächst noch nicht den Grund für diesen Fluchtversuch erkennen, als dann plötzlich ein scheinbar erbostes Nashorn auf die Straße stampft, dass der Boden schon fast vibriert. Und so steht da plötzlich ein richtig großes, wirklich fettes Nashorn zwischen uns und dem mittlerweile wieder sichtbar gewordenen Fahrzeug und tänzelt wütend auf der Stelle.

DAS wilde Nashorn
DAS wilde Nashorn

Helli fragt etwas panisch, was er denn jetzt machen soll und mir fällt daraufhin nur ein, dass er bitte das Fenster öffnen soll, damit ich besser fotografieren kann. Auf diesen Deal lässt er sich allerdings nicht ein. Das Tier beruhigt sich langsam und scheint fast handzahm zu werden – aber testen wollen wir das mit dem offenen Fenster nicht.

Nachdem einige gute Bilder im Kasten sind, zieht der Koloss von Dannen. Jetzt kann uns eigentlich im Addo-Park nicht mehr schocken und so fahren wir am frühen Abend weiter nach Port Elisabeth.

Von der Stadt sehen wir nicht viel und das was wir sehen, sieht nicht sonderlich einladend aus. Wir bleiben hier nur bis morgen früh, denn dann geht unser Inlandsflug nach Johannesburg und von dort zum Krüger Nationalpark. Unser Gästehaus macht einen wirklich guten Eindruck. Wir haben verrückterweise die Honeymoon-Suite gebucht, was eigentlich für die eine kurze Nacht wenig Sinn macht.

Das Zimmer ist geräumig und sauber, es gibt sogar eine Eckbadebanne und im Garten befindet sich ein schicker Pool, den wir allerdings auch nicht mehr nutzen können. Da unser Flug jedoch schon sehr früh geht und wir vorher auch noch den Mietwagen abgeben müssen, sind wir eigentlich nur zum Schlafen hier und können leider nicht am Frühstück teilnehmen. Daher bleibt nicht viel Zeit um sich einen richtigen Eindruck von der Unterkunft und von der Umgebung zu machen.

28.10. – 31.10.2013

Timbavati Krüger Park

Unterkunft: Motswari Private Game Reserve / Vollpension

Um 5 Uhr geht der Wecker, das Auto wird beladen und auf geht’s zum Flughafen, den wir auch auf Anhieb finden – was ja für uns nicht immer eine Selbstverständlichkeit ist. Die Mietwagenrückgabe erfolgt ohne Probleme und auch die Kofferaufgabe verläuft ohne besondere Vorkommnisse. Das Gewicht unseres Gepäcks ist scheinbar nicht überschritten.

Mit einer kleinen Maschine von South African Express geht es für 1 ½ Stunden weiter nach Johannesburg und von dort weitere 40 Minuten nach Hoedspruit und somit zur Endstation unserer Reise: Dem Krüger Nationalpark. Wir werden dort am  Flughafen abgeholt und fahren noch eine gute Stunde mit dem Auto zu unserer letzten Unterkunft. Pünktlich zum Mittagessen um 15 Uhr erreichen wir die Lodge. Motswari befindet sich etwas abseits vom Krüger Park und gehört nicht den sogenannten staatlichen Camps an.

Unser Bungalow Sable
Unser Bungalow Sable

Die Unterkunft hat ihren eigenen Bereich im Nationalpark und ist nicht umzäunt. Um 16 Uhr startet auch schon bereits die erste Safari, die in der Regel um die drei Stunden dauert. In jedem Fahrzeug finden neun Gäste und zwei bewaffnete Ranger Platz. Unser Fahrzeug ist allerdings nur mit sechs Gästen besetzt.

Die beiden Ranger sind der Gruppe für die Dauer des Aufenthaltes in Motswari zugeteilt, so hat man als Gast immer denselben Ansprechpartner. Schon bei der ersten Safari sehen wir etliche Tiere: Schildkröten, Affen, Warzenschweine, Giraffen und Elefanten. Um 19 Uhr endet dieses erste unbeschreibliche Erlebnis. Zum Abendessen werden wir von unserem bewaffneten Ranger persönlich an unserem Bungalow angeholt. Es ist uns untersagt, bei Dunkelheit die Zimmer ohne Ranger zu verlassen, da die Lodge nicht umzäunt ist und immer mit wilden Tieren gerechnet werden muss. Das Abendessen ist sehr lecker und die Atmosphäre wirklich toll. Was uns nicht so zusagt ist die Tatsache, dass wir auch bei den Mahlzeiten in der Konstellation am Tisch sitzen, in der wir bei den Safaris unterwegs sind. Wir sind beim Essen doch gerne eher für uns. Zudem sind wir mit Abstand die jüngsten Gäste hier, da fehlt es doch manchmal an gemeinsamen Gesprächsthemen.

ruhender Löwe
ruhender Löwe

Die Tage hier sind aber einfach unvergesslich und vergehen wie im Flug. Wir sehen so viele Tiere: Leoparden, Löwen, Hyänen, Zebras, Elefantenherden mit kleinen Elefantenbabys, Nashörner, darunter auch eine Nashornfamilie mit Baby, Krokodile und Nashörner. Die morgendlichen Safaris starten 05:30 Uhr. Pünktlich um 04:30 Uhr werden wir von unserem Ranger abgeholt und es bleibt dann noch so gerade Zeit für einen schnellen Kaffee, damit wir schon zu Sonnenaufgang im Dschungel auf Tiersuche gehen können.

Um 09:00 Uhr gibt es dann ausgiebiges Frühstück in der Lodge. An einem Tag haben wir gegen Mittag an einen „Bush-Walk“ teilgenommen. Unser Ranger hat uns fußläufig durch die Steppe geführt und allerhand gezeigt. Dabei sind wir dem einen oder anderen Tier schon sehr nahe gekommen. Zwischen den ganzen Safaris und Mahlzeiten genießen wir die Zeit am Pool.

Warzenschweine am Pool
Warzenschweine am Pool

Oft sind wir hier alleine und können die Zeit zu zweit genießen. Zwischendurch schaute mal eine Warzenschweinmama mit ihren kleinen Babys vorbei. Da wird uns etwas mulmig, aber sie sind ganz friedlich und futtern nur auf der Wiese neben dem Pool.

Am letzten Tag nehme ich die Frühsafari noch mit. Wir haben zwar alle Tiere gesehen, aber das lasse ich mir nicht nehmen. Helli treffe ich um 9 Uhr beim Frühstück und wir genießen ein letztes afrikanisches Essen. Die drei Tage hier waren einfach der perfekte Abschluss dieser sensationellen Reise. Auch wenn Motswari ein bisschen schicker und gehobener scheint und im Vergleich zu unseren anderen Unterkünften preislich weit über dem Durchschnitt liegt, war dieses Stückchen Luxus doch jeden Cent wert.

Um 10:30 Uhr werden wir zum Flughafen gebracht und fliegen zunächst nach Johannesburg, Dubai und Düsseldorf und sind nach 27 Stunden Rückreise voller Eindrücke wieder daheim. Und wer weiß, vielleicht kommen wir irgendwann mal wieder.

Fazit:

Safari zum Sonnenntergang
Safari zum Sonnenntergang

Das war unsere schönste und vor allem emotionalste Reise … es mag vielleicht auch daran liegen, weil es unser erster gemeinsamer Roadtrip überhaupt war, aber dieses Land hat uns einfach vom ersten Moment an seinen Bann gezogen. Ich habe auf dem Rückflug wirklich Rotz und Wasser geheult und Helli konnte mich nur beruhigen, indem er mir hoch und heilig versprach, dass unsere nächste Reise wieder in das wunderbare Südafrika gehen wird … oder dass wir eben auswandern werden. Mit Blick auf die letzte Option ließ ich mich dann etwas beruhigen. Bis heute gehört eine zweite Reise nach Südafrika immer noch zu unseren Vorhaben, leider kommen uns aber immer wieder andere Ziele dazwischen … wer viel und gerne reist, kennt dieses „Luxusproblem“.

In meinem Südafrika-Reisetagebuch heißt es zwischen den vielen Reisenotizen und Aufzeichnungen auf einer einzelnen Seite irgendwann einmal: „Wenn Auswandern, dann Südafrika“. Dieser Meinung war ich damals und bin es auch noch heute. Es war einfach der perfekte Urlaub in einem perfekten Land!

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