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Stockholm 09.08. – 12.08.2018

Anflug auf Stockholm Airport Arlanda
Anflug auf Stockholm Airport Arlanda

Von Düsseldorf ging es mit Eurowings aufgrund Unwetter verspätet und turbulent nach Stockholm. Schon beim Landeanflug verliebte ich mich in Schweden. Überall konnte ich Wald sehen. Ich liebe die Wälder. Leider sah ich davon auf unserer Sightseeing Tour nicht mehr allzu viel. In noch keiner Stadt fiel uns die erste Orientierung so schwer, wie in Stockholm. Das könnte aber auch daran liegen, dass ich mich ausnahmsweise nicht wie gewöhnlich, wochenlang schon mit Reiseführer und Stadtplan beschäftige. Und so waren wir im wahrsten Sinne des Wortes „Lost in Stockholm“ und zwischendurch auch mal mit den Nerven am Ende. Mit den Koffern an der Hand, sind wir schon einige Meter durch die Bahnhöfe und Metrostationen geirrt, ohne wirklich eine Ahnung davon zu haben, wie wir nun zum Hotel kommen.

Auch um schwedische Kronen hatten wir uns im Vorfeld nicht gekümmert. In Schweden ist das aber kein Problem! Hier wird fast nur noch mit Karte bezahlt. Bargeld ist eine Seltenheit und in manchen Läden ist Barzahlung ohnehin nicht mehr möglich. Und somit war dieses Problem kein Problem mehr. Daher blieb nur noch die Orientierungslosigkeit.

Blick auf die Altstadt Gamla Stan
Blick auf die Altstadt Gamla Stan

Es gibt mehrere Möglichkeiten, vom Flughafen Arlanda in die Stockholmer City zu gelangen. Wir entschieden uns für den Pendelbus (Flygbussarna)bis zum Hauptbahnhof, hierbei handelt es sich um eine der kostengünstigeren Alternativen. Mittlerweile war es schon kurz nach 22 Uhr und es schien, als ob weder Busse noch Bahnen in Richtung Hotel fuhren. Also gaben wir auf und nahmen ein Taxi. 

Gegen 23 Uhr, im Motel L im Stadtteil Södermalm angekommen, fielen wir auch sofort ins Bett. Wohlgemerkt, in das bequemste (fremde) Bett, in dem wir jemals geschlafen haben. Das Motel L liegt für einen Stockholm-Aufenthalt gut und ist sehr modern, bunt und stylisch gehalten und eingerichtet. Unser Zimmer war extrem ruhig und konnte gut abgedunkelt werden. Das Badezimmer war sehr sauber. Es gibt auch einen kleinen Fitnessraum, den wir allerdings nicht genutzt haben. Neben dem Motel befindet sich ein großer Supermarkt. Hier bekommt man im Erdgeschoss reichlich Informationen, was den Transfer zum Flughafen und in die Stadt angeht. Die Tickets kann man ebenfalls dort kaufen … das haben wir allerdings erst bei Abreise erfahren. Vom Motel-Personal sollte man nicht zu viel erwarten, was Tipps rund um das Thema Sehenswürdigkeiten, Erreichbarkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln etc. angeht. Da ist man schon sehr auf sich alleine gestellt. Ein Grund mehr, warum ich nie wieder ohne Reiseführer verreisen werde.

Tag 1:

Am ersten Morgen ging es dann mit einem in der Lobby gefundenen Stadtplan (das war die einzige Unterstützung des Motels) zum Frühstück: Pläne für die kommenden Tage wurde geschmiedet. Das Frühstück war lecker und die Auswahl gut. Für jeden ist etwas dabei: sehr sehr leckeres Brot, Aufschnitt, gekochte Eier, Müsli mit diversen Toppings, Obst in allen Variationen, Kaffee, Tee und Gebäck. Nur kein Nutella oder Ähnliches. So langsam bekamen wir beim Studieren und Drehen des Stadtplans ein bisschen den Stockholmer-Durchblick und kamen tatsächlich mit Straßenbahn und Metro in der Altstadt (Gamla Stan) an. Die entsprechenden Ticketautomaten und Preiskategorien sind allerdings etwas benutzerunfreundlich und schwer zu durchschauen.

Blick auf die Altstadt Gamla Stan
Blick auf die Altstadt Gamla Stan

Leider wurde der Blick auf das wunderschöne Panorama der Altstadt durch unzählige Baukräne gestört. Wir mussten feststellen, dass die Innenstadt einer einzigen großen Baustelle glich. Vor allem von den beiden bekannten Aussichtspunkten Monteliusvägen und Fjällgatan wurde der traumhafte Blick durch Baustellen und -kräne getrübt. Unser Weg führte uns zunächst zum Highlight der Touris: der Krone des Nordens auf der Skeppsholm Brücke, die die Halbinsel Blasieholmen mit der Insel Skeppsholmen verbindet. In beiden Richtungen auf jeden Fall ein Fotomotiv wert und einer Meinung nach ein absolutes Muss. In den nächsten Stunden machten wir die urige Altstadt unsicher. Was für eine tolle Kulisse und für tolle Bauwerke. 

Die Krone auf der Skeppsholmbrücke
Die Krone auf der Skeppsholmbrücke

Hier konnten wir wirklich den ganzen Tag durch die schmalen Gassen schlendern und in kleinen Souvenirläden, Boutiquen, Cafés, Snackbars etc. unser Geld lassen, ohne das Langeweile aufkam. Auf Alkohol haben wir aber aufgrund der hohen Preise verzichtet (6-10 Euro umgerechnet für ein Glas Bier). Essen waren wir dann bei einem Italiener „Da Peppe“ in zentraler Lage, große und knusprige Pizzen zu fairen Preisen. Was man immer in Schweden essen kann, sind die Zimtschnecken. Einfach zu köstlich. Im Gegensatz zu den Waffeln, die scheinbar einfach nur lecker aussehen, mit ihrer Nutella-, Nuss-, oder Puderzucker-Deko und ihren stolzen Preis von 8 Euro aufwärts, definitiv nicht wert sind. Wir haben das Flair der Stockholmer Altstadt – auch ohne Nutella-Waffeln – bis in die Abendstunden auf uns wirken lassen und sogar problemlos den Weg zurück zum Motel gefunden.

Tag 2:

Für unseren zweiten Tag hatten wir eigentlich eine Hop on / Hop off Tour, entweder per Boot oder Bus, ins Auge gefasst. Jedoch haben uns die Internetbewertungen abgeschreckt und wir haben uns für eine dreistündige Schärenfahrt mit Strömma Kanalbolaget zur Insel Vaxholm entschieden.

Schärentour Stockholm
Schärentour Stockholm

Der Stockholmer Schärengarten in der Oststee ist die größte Inselgruppe in Schweden und besteht aus 24.000 Inseln. Wir sind auf gut Glück pünktlich zu Tourbeginn um 12 Uhr zur Anlegestelle erschienen. Dort wartete bereits eine lange Schlange von Menschen, die offensichtlich so schlau waren, vorab ein Ticket online zu ergattern. Die Tour war ausgebucht, so dass wir auf ausgefallene Teilnehmer spekulieren mussten … und wir hatten Glück und konnten für 295 SEK mit an Bord.

Das Durchschnittsalter betrug so 50+, aber das Wetter war optimal und so fanden wir ein Plätzen auf dem Bug des Kutters und konnten Fahrtwind und Natur fast ganz für uns alleine genießen. An Bord gab es bezahlbare Verpflegung und leckere Zimtschnecken. Ein weiblicher Guide war sehr bemüht, über Lautsprecher die Reiseführung auf Englisch zu übernehmen, aber sie war nicht immer zu verstehen und ich hatte auch den Eindruck, dass kaum einer der Passagiere zuhörte. Leider konnte nicht planmäßig in Vaxholm angelegt werden, so dass wir nonstop auf dem Schiffchen waren.

Schnappschuss Schärentour
Schnappschuss Schärentour

Vaxholm soll sehr schön sein und wir hätten uns gerne selbst davon überzeugt. Man hätte dann auch ein späteres Schiff zurück in die Innenstadt nehmen und in aller Ruhe Vaxholm erkunden können. Aufgrund der Nonstop-Tour zogen sich die 3 Stunden etwas in die Länge, da es sich auch nicht um eine Rundfahrt handelt, sondern ein Teil der Strecke hin und zurück auf gleichem Weg erfolgt. Trotz allem war es aber eine schöne Tour, die man durchaus – bei gutem Wetter – empfehlen kann, egal welchen Alters. Um 15 Uhr legten wir wieder an.

An der Anlegestelle wartete bereits eine endlos lange Schlange auf die nächste Schärentour. Also hier war mit Sicherheit kein Spontanplatz mehr frei. Also: am besten vorab hier buchen oder mit etwas Glück auf freie Plätze bei den ersten Touren am Tag spekulieren. Die Fahrten starten um 10:30 Uhr, 12:00 Uhr, 14:00 Uhr und 15:00 Uhr. Tickets können aber für Unentschlossene auch am Pier Nähe der Anlegestelle an Strandvägen gekauft werden.

Wieder an Land trieb uns der Hunger in ein ausgesprochen gutes, gemütliches und niedliches Restaurant in Gamla Stan: Restaurang Kryp In. Nicht unbedingt preiswert, aber ein Highlight. Wir gönnten uns Rentier Roastbeef mit Kartoffelpüree für teure 290 SEK, dafür aber mit Geschmacksexplosion. Absolut empfehlenswert. Auch zu empfehlen: eine Tischreservierung!

Tag 3: 

Dass der letzte Tag unseres Aufenthaltes sehr regenreich sein würde, hatten wir schon recherchiert. Dieses Mal war auf die Wetter-App Verlass. Es war richtig ungemütlich und kalt und deshalb bereiteten wir uns schon mental viel zu früh auf die Rückreise vor, auch wenn der Flieger erst um 19:50 Uhr nach Düsseldorf ging. Im Hinterkopf blieb die eventuelle Orientierungslosigkeit. Wir ließen den Tag in diversen Cafés und Restaurants ausklingen und machten uns um 16 Uhr auf den Weg zum Flughafen. Zuerst bis Central-Station und dann wieder per Bus. Dieses Mal klappte das alles wunderbar. Die Central-Station ist gigantisch groß. Da kann man schon mal einige Meter und Minuten laufen um von A nach B zu gelangen. Im Stockholmer Flughafen Arlanda hat man ebenfalls viele Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben. Nur auf einen Souvenirkauf würde ich hier verzichten, die Preise sind doppelt so hoch, wie in Gamla Stan. Da kann man eventuell vorhandene Rest-Kronen besser in Essen investieren.

Fazit: Eine wunderschöne abwechslungsreiche Stadt, die auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Unser Aufenthalt war jedoch eindeutig zu kurz, um wirklich Etwas vom wahren Schweden-Flair zu erleben. Bei einem solchen Kurztrip stehen ja meist die typischen Touri-Touren auf der Top-Do-Liste, von denen wir in der Regel nicht so viel halten. Da sich die Sehenswürdigkeiten in Stockholm sehr verteilen, kann man sich hier nur für das eine oder für das andere entscheiden und man hat kaum die Möglichkeit, mehrere Dinge an einem Tag zu besichtigen, wenn man sich nicht abhetzen will. Ich würde Stockholm im Rahmen einer Rundreise empfehlen. Schweden ist mit Sicherheit unfassbar schön. Sollte es ein Städtetrip sein, würde ich nicht weniger als 4 oder 5 Tage einplanen.

An dem Motel L war nichts auszusetzen. Ich persönlich habe jedoch lieber ein Hotel mitten im Geschehen, so dass man auf ständiges Hin- und Herfahren mit der Bahn verzichten kann. Bei unserer Buchung war aber so ein Hotel in entsprechender Preisklasse nicht verfügbar. Man muss hierbei auch bedenken, dass Stockholm generell teuer ist, das macht die Stadt aber in unseren Augen nicht weniger lohnenswert.

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